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Diese Seite stellt allgemeine Grundlagen zu Membrandruckbehälter dar
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1. Aufgabe von Druckbehältern
Druckbehälter sind Hohlkörper, deren Innendruck größer ist als der
atmosphärische Druck. Sie dienen zum einen zur Aufnahme von komprimierten Gasen
wie z.B. Luft, Helium, Butan etc. oder zum anderen von Flüssigkeiten.
Bei Gasen können mit solchen Behältern, auch Windkessel oder Ausdehnungsfäße genannt, in kurzer
Zeit große Mengen entnommen werden. Obgleich vorgeschaltete Kompressoren relativ
klein bemessen werden können, erreicht man recht gleichmäßige Druckverhältnisse
in der Druckleitung. Dies ist nicht nur für Lackierarbeiten, sondern auch für
eine Reihe von Anwendungen wie z.B. druckluftbetriebene Antriebe wichtig.
Weiterhin kann Druckluft getrocknet werden, indem das anfallende Kondensat
abgeführt wird.
Druckbehälter/Windkessel werden auch bei Flüssigkeiten verwendet. Auch hier liegt der Zweck
darin, Druckschläge zu vermeiden bzw. gleichmäßige Druckverhältnisse in
der Rohrleitung zu erhalten.
Windkessel/Membrandruckbehälter dienen jedoch nicht nur zur Aufnahme der Ausdehnungswassermenge,
sondern sie sollen auch Leckverluste des Leitungssystems durch eine
entsprechende Wasservorlage ausgleichen. Durch jede
Gewinde- oder Pressverbindung entweicht nach einiger Zeit und je nach Druck- und
Temperaturverhältnisse Wasserdampf.
Kühlt die Anlage z.B. bei
Nachtabsenkung oder im Sommer ab, so muss dieser Verlust ausgeglichen
werden, weil sonst im oberen Bereich der Anlage ein Unterdruck entstehen würde.
Werden automatische Entlüftungsventile eingesetzt, führt der Unterdruck zum
gegenteiligen Effekt:
Luft wird eingeschnüffelt, wodurch das Heizungswasser stark mit Sauerstoff
angereichert wird!
Sauerstoff bewirkt in Heizungsanlagen eine starke Korrosion, welche wiederum
große Schlammanteile hervorruft. Oben angeführter Ausgleich von Wasserverlusten
verhindert diesen Unterdruck mit den geschilderten Folgen.
Zum anderen besteht die Möglichkeit die unter Druck stehende Flüssigkeit
transportabel zu nutzen. In früheren Zeiten, in denen nur handbetriebene Pumpen
zur Verfügung standen, wurden Feuerwehrfahrzeuge mit solchen Druckbehältern
ausgerüstet. Allein mit Handpumpenbetrieb wäre das Löschwasser lediglich
stoßweise zur Verfügung gestanden. Auch die Löschweite wäre nur unbefriedigend
gewesen.
Das gleiche Prinzip verwenden die heutigen Wasserpistolen, die kräftig vor dem
Schuss mittels Pumpen unter Druck gesetzt werden.
Auch in modernen Raketen mit Flüssigtreibstoff wird das Windkesselprinzip
angewendet. Damit die Nutzlast möglichst hoch ist, werden die Wandungen so dünn
wie möglich gefertigt. Durch den niedrigen Außendruck in großer Höhe würde bei
fehlendem Druckausgleich die Raketenhülle verbeult werden.
Bei Hauswasseranlagen tragen Druckbehälter zur Schonung der Brunnenpumpen bei.
Ohne Druckbehälter müsste die Pumpe auch bei einer kleine Abnahmemenge
anspringen. Ständiger An-/Aus - Betrieb verkürzt jedoch die Lebensdauer jeder
Pumpe.
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2. Funktionsweise von Membrandruckbehältern und Windkesseln
Das lebenswichtigste Beispiel des Windkesselprinzips stellt unser eigenes
Kreislaufsystem dar. Die Natur löst dies sehr elegant und effektiv in
unserem Arteriensystem. Die Arterien werden je nach Bedarf streckenweise
geweitet oder verengt. Außerdem sind Strömungshindernisse "eingebaut".
Funktioniert dieses System, z.B. wegen Arterienverkalkung nicht mehr richtig,
können Druckstöße eintreten, die zu Schäden der Arterie führen können, oder die
Blutzufuhr kann unterbrochen werden. Beides kann zu vorzeitigem Ableben führen,
weswegen man der Pflege und Hege seiner Arterien Muße gönnen sollte.
Da wir dieses elegante Prinzip technisch noch nicht beherrschen, nutzt man
das Prinzip der Aufweitung punktuell, das ist dann der Windkessel und als
Strömungswiderstand den Ausgang des Windkessels. Dies ist in den meisten
technischen Systemen auch ausreichend.
Als praktischen Nebeneffekt kann der Windkessel auch zur Ansteuerung von
Pumpen dienlich sein.
Zunächst wird in dem Kessel ein Vordruck hergestellt. Dies erfolgt oftmals
mittels Druckluft, in vielen Fällen auch mit Stickstoff. Stickstoff besitzt
größere Moleküle, die nicht so leicht durch die Wandung entwischen können.
Wenn nun Wasser, z.B. von einer Brunnenpumpe, in den Windkessel gepumpt wird,
verdichtet sich das Gas, weil es komprimiert wird. (Wasser wird spürbar erst
unter sehr hohen Drücken komprimiert)
In dem Gasraum befindet sich ein Druckmesser. Dieser kann so eingestellt werden,
dass er z.B. bei einem Mindest- oder Maximalwert die Pumpe schaltet.
Wenn nun das Gas auf z.B. 2 bar komprimiert ist, drückt es nicht
nur auf die Wandung des Windkessels, sondern auch auf die Wasseroberfläche. Wird
nun die Leitung geöffnet, strömt das Wasser mit diesen 2 bar Druck aus der
Leitung (in der Praxis müssen natürlich entsprechende Druckverluste eingerechnet
werden)
Dadurch dass nun der Wasserstand im Kessel sinkt, dehnt sich das Gas im Kessel
aus, wodurch auch der Druck sinkt. Bei Erreichen eines eingestellten
Mindestdruckes schaltet der Druckschalter ein Relais, welches dann die Pumpe
betätigt um den Kessel zu füllen.
Umgekehrt steigt beim Befüllen des Kessels der Druck. Die Abschaltung der Pumpe
erfolgt wiederum über einen eingestellten Druckpunkt.
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3. Membrandruckbehälter/Ausdehnungsgefäße (MAG)
Im einfachsten Fall ist im Behälter Luft und Wasser, wie oben beschrieben, nicht getrennt.
Es liegt nun auf der Hand, dass bei solchen Kesseln ein Lufteintrag in das
Wasser erfolgt. Dies ist nicht bei allen Anwendungen, z.B. bei Heizungswasser,
erwünscht.
Bei solchen Anwendungen wird das Gas bzw. Luft durch eine Membran voneinander
getrennt
Solche Druckbehälter nennt man Membrandruckbehälter, Membranausgleichgefäße,
oder kurz MAG.
Nachstehend sehen zwei wesentliche Konstruktionen für Membrandruckbehälter
1. Membrandruckbehälter z.B. für Heizungsanlagen (geringer Wasservorrat)

2. Membrandruckbehälter z.B. für Brunnen, bei größerem Wasservorhaltebedarf

Da Ausdehnungsgefäße, wie angesprochen, eine Wasservorlage enthalten
sollen, kann der Anlagenfülldruck nicht dem
Stickstoffvordruck entsprechen. Im weiter unten befindlichen Online-Rechner ist
die Wasservorlage dementsprechend berücksichtigt.
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4. Kontrolle von Druckausgleichsbehältern
Die Kontrolle von Membranausgleichbehältern sollte jährlich im Rahmen der Brennerwartung
erfolgen. Damit das Rohrleitungssystem nicht entleert werden muss, sind Absperrungen
(mit Zulassung), eine Belüftungs- und Entleerungsventil von Nutzen.
Im übrigen verweisen wir auf die einschlägigen Verordnungen wie die
Druckbehälterverordnung und entsprechende DIN.
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5. Dimensionierung von Membrandruckbehältern für Heizanlagen
Zur Berechnung der Größe eines Membrandruckbehälters können Sie nachfolgende
kleine Rechenhilfe nutzen. (Javascript muss aktiviert sein)
In der Rechnung berücksichtigt ist eine Wasserausgleichsmenge von 1%, mindestens
jedoch drei Litern.
Bei Anlagen mit weniger als 300ltr Inhalt wurde ein im Verhältnis zum
Anlagenvolumen größere Wasservorlage vorgesehen.
Sie benötigen folgende Angaben:
- Wasserinhalt des Systems in Liter
- Wasserausdehnungskoeffizienten aus Tabelle bei maximaler Wassertemperatur
- Höhe der Heizungsanlage bzw. werkseitiger Vordruck des MAG
- Enddruck der Anlage
Bitte geben Sie die Werte in die gelb/ocker gekennzeichneten Felder ein.
Verwenden Sie kein Komma, sondern den Punkt als Dezimaltrenner. Verwenden Sie
nicht die Eingabetaste, sondern klicken Sie mit der Maus.
Falls das Ergebnis in den grün gekennzeichneten Feldern nicht erscheinen will,
fahren Sie bitte mit der Maus darüber)
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max. Wassertemp |
Ausdehnungs-Koeffizient |
Berechnung für Anlagen |
<300ltr |
>300ltr |
| 30/35°C |
0.40/0.58 |
Wasserinhalt Anlage in ltr |
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| 40/45°C |
0.75/0.96 |
statische Höhe in mtr |
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| 50/55°C |
1.17/1.42 |
Vordruck im MAG in bar
(meistens 1bar) |
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| 60/70°C |
1.67/2.24 |
Soll-Systemdruck höchster Punkt
(bar) |
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| 80°C |
2.86 |
Wasserausdehnungskoeffizient
(z.B bei 55°C = 1,42) |
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| 90°C |
3.55 |
Nennvolumen des Membran-druckbehälters in ltr |
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Erklärung:
Im voreingestellten Berechnungsbeispiel bei Anlagen mit mehr als 300 ltr
Inhalt ergäbe sich bei einer Wassertemperatur von 55°C ein
Druckausgleichsbehälter mit 21 ltr Inhalt als Mindestgröße bei 1 bar
werkseitigem Vordruck und bei 2 bar Solldruck an der höchsten Stelle in 6
mtr Höhe. Das Gesamtsystem hat also 3 bar.
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6. Dimensionierung von Membrandruckbehältern
zur Laufzeitoptimierung von Pumpen
Diese Berechnung
führen wir für Sie aus. Wir benötigen dazu folgende Angaben:
- Pumpenleistung in ltr/h bzw. cbm/h
- gewünschte Mindestpumpenlaufzeit (meistens 1 Minute)
- Pumpeneinschaltdruck
- Pumpenausschaltdruck
- durchschnittlicher Luftdruck alternativ Höhe über NN
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7. Einige Vorschriften
und Normen zu Druckbehältern
- Druckbehälterverordnung
- Dampfkesselverordnung
- DIN 4807 Teil 1 Ausdehnungsgefäße
- DIN 4807 Teil 2 Ausdehnungsgefäße
- DIN 4807 Teil 3 Ausdehnungsgefäße
- DIN 4807 Teil 4
- DIN 4807 Teil 5
- DIN 4857 Teil 1
- DIN 4751-2
- DIN 4751 Teil 3
- DIN 4752
Die Normen werden zur Zeit durch EN Vorschriften abgelöst.
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